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Bei Erasmus+ handelt es sich um das Folgekonzept des vorherigen „EU-Programms für Lebenslanges Lernen„. Es werden unterschiedliche Bereiche wie Schulen und Universitäten gefördert, aber auch eine Berufs- und Weiterbildung unterstützt. Darüber hinaus setzt sich das Programm für Erwachsenen- und Jugendarbeitförderung ein.

Generelles Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten effektiv zu kräftigen und somit gleichzeitig den Bildungsgrad teilnehmender Menschen zu erhöhen. Finanziell unterstützt werden beispielweise Auslandssemster.

Das neue Erasmus+ Konzept wurde 2014 ins Leben gerufen und soll bis 2020 gelten. Es wird finanziell wesentlich stärker gefördert als die zuvor existierenden Programme. So lässt sich ein finanzieller Zuwachs von 40 Prozent verzeichnen. Das Budget beträgt nun 14,7 Milliarden Euro, die insgesamt 4 Millionen Menschen zugute kommen sollen.

Diese sind ungefähr gestaffelt in

  • 2 Millionen Studenten
  • 650.000 Auszubildende
  • 800.000 Dozenten, Lehrkräfte und Jugendarbeiter
  • 500.000 junge Erwachsene in Freiwilligenarbeit und Jugendaustauschprogrammen.

Können bereits SchülerInnen von dem Konzept profitieren?

Das Ersamus+ Programm besteht aus mehreren Kategorien, die letztendlich darauf abzielen, jungen Menschen bessere Chancen zu bieten und sie in ihren Kompetenzen fachgerecht zu unterstützen. Die Bildung von Jugendlichen soll im beruflichen sowie allgemeinen Bereich gestärkt werden.

Umsetzbar ist dieses Ziel bereits während der Schullaufbahn. Das Konzept für Schulen besteht aus weiteren Subsystemen. So kann das Lehrpersonal eine Förderung beantragen und diese beispielsweise in Lehraufenthalten zugesprochen bekommen. Darüber hinaus legt das Programm aber auch Wert auf eine Zusammenarbeit zwsichen den Schulen. Lehrkräfte erhalten somit die Option, ihre Kompetenzen zu erweitern und im Austausch mit anderen Ländern gemeinsame Lösungen für nationenübergreifende Probleme zu entwickeln.

Entscheidet sich ein Lehrer einer Vor-, Primär-, oder Sekundärschule dazu, im Rahmen des Ersamus+ Programmes seine Fährigkeiten weiter zu entwickeln, so stehen ihm mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. LehrerInnen können an Kursen und Fortbildungsmaßnahmen im Ausland teilnehmen oder für eine begrenzte Zeit in einer Schule des Gastlandes als Lehrer tätig werden.

Die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen weist unterschiedliche Perspektiven auf. Zu diesen gehören beispielsweise gemeinsame Projekte, welche auch die Zusammenarbeit über die eigene Schule hinaus bewerkstelligen sollen. Zudem können durch Schulpartnerschaften Lehrer-, Schüler-, und Klassenaustausche organisiert werden. Generell steht es allen Einrichtungen offen, an diesem Programm teilzunehmen, die zur schulischen Bildung beitragen.

Was bedeutet Erasmus+ für Studierende?

Eine Weiterbildungsmaßnahme kann ebenfalls während des Studiums erfolgen und durch Erasmus+ gefördert werden. Studenten steht es offen, eine Zeit lang an einer Universität in einem anderen Land zu studieren, das Teil des Programms ist. Der Aufenthalt ist auch während des Master-Studienganges möglich. Darüber hinaus steht es Interessierten offen, ein Auslandspraktikum vorzuziehen. Erasmus+ sorgt dafür, dass die Studierenden in ihrer Gastuniversität keine Gebühren zahlen müssen. Stattdessen werden sie bei Bedarf finanziell unterstützt. Praktikanten erhalten eventuell einen Zuschuss zur Deckung von anfallenden Kosten durch Anreise und Aufenthalt. Neben Studierenden kann sich auch das Lehrpersonal von Universitäten bei Erasmus+ bewerben. Im Zentrum steht hier die Tätigkeit als Gastlehrkraft und weitere Förderungsmöglichkeiten.

Kompentenzen erweitern soll zudem die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen. Erasmus+ fördert strategische Partnerschaften, Wissensallianzen und Projekte zum Kapazitätsaufbau. Die Grundlage einer strategischen Partnerschaft ist eine länderübergreifende Arbeit, bei der mindestens drei Einrichtungen unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen müssen. Die Möglichkeit einer finanziellen Stärkung haben sämtliche Projekte, welche darauf angelegt sind, die Qualität von Lehr- und Lernmethoden anzuheben.

In Wissensallianzen sollen Bildung, Forschung und Innovation miteinander länderübergreifend verbunden werden. In der Allianz arbeiten mindestens sechs Einrichtungen aus drei Ländern zusammen, von denen zwei Hochschulen sein müssen. Hier sollen gemeinsam neue Konzepte zum Unterrichten und Lernen entwickelt, Wissen ausgetauscht und unternehmerisches Denken von StudentInnen sowie WissenschaftlerInnen gefördert werden.

Ist die Förderung auch ohne höhere formelle Bildung möglich?

Wer sich gegen den Besuch einer Hochschule entschieden hat, kann dennoch im Rahmen von Eramus+ Unterstützung erhalten. Im Rahmen der beruflichen Förderung können BerufsschülerInnen, Auszubildende, PraktikantInnen und deren Lehrpersonal gefördert werden. So ist es möglich, dass die jungen Erwachsenen ein Prakitkum oder eine Ausbildung abseits der eigenen Heimat absolvieren und somit ihre indivudellen Fähigkeiten und Kompetenzen erweitern, beispielsweise durch das Erlernen einer neuen Sprache. Die Zeitspanne liegt bei zwei Wochen bis zu einem Jahr.

Das Lehrpersonal der genannten Gruppen ist ebenfalls frei, einen Antrag auf Unterstützung zu stellen. Das Programm ist mit dem des Lehrpersonals von Vor-, Primär- und Sekundärschulen identisch.
Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit weiteren Bildungseinrichtungen und Unternehmen gestärkt werden. Ziel ist es, Lehrpläne zu entwickeln, welche den späteren Anforderungen des Arbeitsmarktes entsprechen.

Abseits der jugendlichen Sozialisation

Die Förderung von Erasmus+ übersteigt Universitäten und Schulen. Deshalb steht ebenfalls die Erwachsenenförderung im Mittelpunkt. Fachkräfte können im Austausch miteinander voneinander lernen. Dieser soll durch den Personalaustausch zwischen Bildungseinrichtungen umgesetzt werden. Darüber hinaus stellt Erasmus+ eine Plattform für Erwachsenenbildung in Europa zur Verfügung. Hier können Verfahren vorgestellt und anschließend diskutiert werden.
Generelle Grundlage des Programms ist der Austausch von Verfahren und Wissen sowie die Herstellung von landesübergreifenden Kontakten.

Nicht nur geistige Bildung hat Anspruch auf Unterstützung

Abseits von speziellen Bildungseinrichtungen existiert eine Unterstützung für junge Erwachsene und JugendarbeiterInnen. Diese können im Jugendaustausch oder Freiwilligendiensten neue Erfahrungen erlangen beziehungsweise ihre erworbenen Qualifikationen in neuen Strukturen anwenden. Der Europäische Freiwilligendienst beruht auf dem persönlichen Engagement. Er wird finanziell nicht entlohnt. Stattdessen geht es um Solidarität, Toleranz und Verständnis.

Neben geistiger Bildung wird der Sport nicht vernachlässigt. So ist es möglich, bei der Organisation eines Sportevents finanzielle Förderung zu erhalten, insofern die Teilnehmer aus mindestens 12 EU-Staaten kommen und der Organisator keine kommerziellen Interessen hegt. Das Event sollte darüber hinaus auf weitere politische Ziele der EU aufmerksam machen, wie zum Beispiel auf Inklusion und Gleichberechtigung.