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Die Schullaufbahn ist eine der wichtigsten Abschnitte im Leben. Sie legt den Grundstein für den beruflichen und akademischen Bildungsweg. Dabei muss der schulische Werdegang nicht immer gleichförmig ablaufen, denn die österreichische Sekundarbildung bietet viele verschiedene Wege zur Matura, bzw. zur Hochschulreife, sowie zu berufsqualifizierenden Abschlüssen.

So einzigartig wie Sie selbst sind, kann daher Ihr Bildungsweg zur Matura verlaufen. Um Sie über die Möglichkeiten der österreichischen Oberstufen zu informieren, ist im Folgenden eine Übersicht über die Bildungswege in der österreichischen Sekundarstufe II aufgeführt.

Oberstufe – der Weg zur Matura

Da das österreichische Bildungssystem zentral durch den Bund beschlossen wird, gelten bundesweit für Schulen und Lehrpläne einheitliche Regeln. Die konkreten Wahlmöglichkeiten können je nach Angebot geographisch und inhaltlich variieren.

Welche Schulformen gibt es?

schuleDie Sekundarstufe II umfasst die Oberstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS), die Berufsbildenden mittleren (BMS) und höheren Schulen (BHS), sowie Aufbaulehrgänge der Weiterbildung. Je nach Wahl des konkreten Bildungsweges variieren die Abschlussprüfungen und damit einher gehenden Abschlüsse. Während die Berufsbildende mittlere Schule mit einer berufsqualifizierenden Abschlussprüfung endet, erlangen Sie bei Abschluss der Berufsbildenden höheren Schule nach fünf Jahren die Studienberechtigung, wie auch nach Abschluss der allgemein bildenden höheren Schule.

Die Höheren Schulen, ob berufsbildend oder allgemeinbildend, schließen mit der Matura, der Hochschulreife, und die mittleren Schulen mit Diplom ab. Berufsbildende Schulen umfassen überdies eine lehrberufliche Ausbildung mit Gewerbeberechtigung, sind daher praktisch und konkreter orientiert als allgemeinbindende höhere Schulen.

Berufsbildende mittlere Schulen

Berufsbildende mittlere Schulen (BMS) vermitteln berufliche Qualifikationen, Allgemeinbildung und vermitteln theoretische und praktische Grundlagen in denen von ihnen angebotenen Fachrichtungen, führen jedoch nicht direkt zu einer Studienberechtigung. Nach einer Ausbildungsdauer von drei oder vier Jahren wird eine Abschlussprüfung abgelegt, die zum Gewerbe berechtigt. Im Anschluss können Sie über Aufbaulehrgänge zur Reife-und Diplomprüfung gelangen.

Berufsbildende höhere Schulen

Berufsbildende höhere Schulen (BHS) vermitteln zu den oben genannten Punkten außerdem die Matura.

Allgemeinbindenden höheren Schulen

Die Oberstufe der allgemeinbindenden höheren Schulen beginnt mit der neunten Schulstufe. Es besteht die Möglichkeit einer Spezialisierung je nach Wahl der konkreten Schule und nach Angebot. Zur Auswahl stehen beispielsweise humanistische Gymnasien, neusprachliche Gymnasien, realistische Gymnasien oder Realgymnasien.

Oberstufenrealgymnasium

Für Hauptschulabgänger bzw. Abgänger einer Neuen Mittelschule bietet sich außerdem ein Besuch des Oberstufenrealgymnasiums an. Dieses hat zum Ziel, Hauptschulabgängern den Abschluss der Matura zu ermöglichen. Für die Aufnahme auf einem solchen Oberstufenrealgymnasium ist eine Prüfung abzulegen. Wer aber auf der Hauptschule die achte Schulstufe mit guten Noten abgeschlossenen hat, ist von einer Aufnahmeprüfung befreit. Auch das Oberstufenrealgymnasium wird, je nach Verfügbarkeit, mit verschiedenen Schwerpunkten angeboten, z.B. naturwissenschaftlich, musisch oder fremdsprachlich. Das wirtschaftskundliche Realgymnasium konzentriert sich in der Oberstufe vertieft auf Wirtschaft und bereitet die Schülerinnen und Schüler auf ein wirtschaftsorientiertes Studium oder eine entsprechende Berufsausbildung vor.

oberstufe

Weitere Infos

Fremdsprachen und Wahlpflichtfächer

Ab dem Eintritt in die Oberstufe, also mit Beginn der neunten Schulstufe wird generell eine weitere Fremdsprache angeboten, z.B. Latein, Französisch oder, je nach Angebot, Russisch, Spanisch, Italienisch o.Ä.
Ab der zehnten Schulstufe werden Wahlpflichtfächer angeboten, in denen, je nach schulinternen Regelungen zwei bis acht Wochenstunden zusätzlich unterrichtet werden. Diese werden nach vertiefenden und erweiternden Wahlpflichtgegenständen unterschieden. Vertiefende Fächer sind solche, die zusätzlich zum normalen allgemeinbildenden Unterricht angeboten, und erweiternde Fächer sind all jene, die sonst nicht unterrichtet werden, wie spezifische Fremdsprachen oder Informatik. Die Wahl dieser Fächer ist jedoch abhängig vom Angebot der spezifischen Schule und ihrer Kapazitäten.

Des Weiteren wird in der elften Schulstufe zwischen Musik- und Kunstunterricht gewählt. So wird die Oberstufenausbildung individualisiert und die Anzahl der Unterrichtsfächer minimiert. Weiter stellt sich die Auswahl zwischen darstellender Geometrie, und Biologie, Physik oder Chemie.

Maturaprüfung

Die Maturaprüfung ist die standardisierte Reifeprüfung, die einheitliche Grundkompe­tenzen und gleiche Rahmenbedingungen für alle Schüler/innen schaffen soll, gleich ob sie allgemeinbildende oder berufsbildende Schulen besuchen.

Da sich Lehrplaninhalte je nach Berufsbezug unterscheiden können, können die Aufgabenstellungen in Mathematik und der Fremdsprache für AHS- und BHS-Schüler/innen variieren.

An allgemeinbildenden Höheren Schulen entscheiden die Schüler/innen selbst, ob sie drei schriftliche und drei mündliche oder vier schriftliche und zwei mündliche, also insgesamt sechs Prüfungen, ablegen. Die Schwerpunkte der Schulen können sich daher in den mündlichen Prüfungen besonders äußern, da diese nicht zentral vorgegeben werden, sondern schulautonom gestellt werden. Außerdem schreiben alle Schüler/innen eine vorwissenschaftliche Facharbeit zu einem eigens ausgewählten Thema, welche sie als Prüfungsleistung der Prüfungskommission vorstellen.

Berufsbildende Höhere Schulen bieten, genau wie die AHS, die Auswahl der Prüfungsfächer an, wobei die allgemein bildenden Fächer standardisiert vorgegeben werden. Die Reifeprüfung läuft im Grundsatz wie bei allgemeinbildenden Schulen ab, allerdings schreiben Schüler/innen der BHS eine Diplomarbeit zu einer berufs- oder betriebspraktischen Fragestellung, welche sie in einer mündlichen Prüfung der Prüfungskommission vorzutragen haben. Der Vorteil gegenüber einer AHS ist, dass man mit der Matura sowohl die Studienberechtigung als auch eine komplette höhere Berufsausbildung erhält. Allerdings dauert die Schulausbildung ein Jahr länger als an einer konventionellen AHS.

Es besteht außerdem die Möglichkeit, die Matura an einem Abendgymnasium abzulegen. Solche Institutionen bieten vor allem Berufstätigen die Möglichkeit, eine vollwertige Matura zu erwerben. Diese Option steht auch Schulabbrechern offen, die ihren Schulbesuch an einer Tagesschule nicht weiterführen können oder möchten.