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Eine Bildungsberatung bieten kommunale Bildungsberatungsstellen, Volkshochschulen und Staatsministerien der Länder für Wissenschaft/Kultur an. Erste Ansprechpartner in Kommunen können die Bürgerbüros sein, die Länder haben die Bildungsberatung oft in Pädagogische Institute integriert, so etwa in Bayern.

Diese Bildungsberatung kann als Beispiel für die verschiedenen Teilbereiche der Schul­- und Wei­ter­bil­dungs­be­ra­tung dienen.

Schul­be­ra­tung mit verschiedenen Schwerpunkten

Die Schulberatung setzt unterschiedliche Schwerpunkte. Sie kommt Schülerinnen und Schülern von Re­al­schu­len und Gym­na­si­en ebenso zugute wie Auszubildenden an Berufsschulen und Menschen, die den Zweiten Bildungsweg wählen. In Bayern kommen die Angebote auf Landesebene von der zentralen Bildungs- und Weiterbildungsberatungsstelle in München, die zum Pädagogischen Institut (Referat Bildung und Sport) gehört.

Hier beraten Expertinnen und Experten zu Fragen der Bereiche Realschule, Gymnasium und Berufsschule. Die individuellen Beratungen finden telefonisch, per Mail und persönlich nach Terminvereinbarung statt. Schwerpunkte sind:

  • Allgemeinbildung
  • Kompetenzanalyse und Lernprobleme
  • Schulbildung, Schullaufbahn und Schulrecht
  • Ausbildung, Nachholen von Schulabschlüssen
  • Wechsel von Schule/Schulart
  • Fort- und Weiterbildung, berufliche (Neu-)Orientierung auch bei Arbeitslosigkeit
  • Bildungsprämie

Es finden neben den individuellen Beratungen auch Informationsveranstaltungen und Gruppenberatungen statt, das Pädagogische Institut versendet Informationsmaterialien, des Weiteren steht online eine Weiterbildungsdatenbank bereit.

Internationale Bildungsberatung

Diese Bildungsbe­ra­tung richtet sich an Mi­gran­tin­nen und Mi­gran­ten ebenso wie an Deut­sche, die im Aus­land gelebt haben und nun zu­rück­keh­ren. Die Be­ra­tung findet in meh­re­ren Spra­chen statt, soll vorrangig die Integration fördern und richtet sich nicht nur an Schüler und Eltern, sondern auch an Lehrkräfte und sonstige Fachkräfte, beispielsweise Sozialarbeiter.

Selbstverständlich steht sie darüber hinaus allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen. Neben der individuellen Beratung (stets wie oben beschrieben auf telefonischem Wege, in der Beratungsstelle oder per E-Mail), den Informationsveranstaltungen und den Informationsmaterialien gehört zur internationalen Bildungsberatung auch die interkulturelle Fortbildung von Lehrkräften. Darüber hinaus werden mehrsprachige MultiplikatorInnen für Elterngespräche und Informationsveranstaltungen vermittelt. Zu den Schwerpunkten gehören:

  • Deutschkurse und Lernhilfen
  • Informationen zu den Strukturen deutscher Schulsysteme in Länderhoheit
  • Eingliederungshilfen für ausländische Schülerinnen und Schüler
  • Informationen zum Übertritt, zum Schulwechsel und zu Angeboten des beruflichen Schulwesens
  • berufsvorbereitende Maßnahmen
  • Nachholen von Schulabschlüssen

In Bayern finden die Beratungen in 17 verschiedenen Sprachen statt.

Bildungsberatung vom Zentralen Schulpsychologischen Dienst (ZSPD)

Der ZSPD bietet in Bayern als zentrale und schulartübergreifende psychologische Beratungsstelle die Bildungsberatung durch ein Team erfahrener Diplom- und Schulpsychologen sowie Sozialpädagogen an.

Das Beispiel Bayern ist weitestgehend auf andere Bundesländer zu übertragen, lediglich die Strukturen können sich geringfügig unterscheiden.

Diese Bildungsberatung kann durch Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern und Lehrkräfte von Realschulen, Gymnasien, Berufsschulen und sonstigen Schulen (Zweiter Bildungsweg, Sonderschulen) genutzt werden. Neben Information und Beratung sind besondere Angebote:

  • Diagnostik
  • Krisenintervention an Schulen
  • Fortbildungen für Beratungsfachkräfte

Bildungsberatung für Personen mit Handicap

Eine spezielle Bildungs- und Weiterbildungsberatung richtet sich an Menschen mit Handicap, die unter anderem die Probleme der Inklusion an Realschulen, Gymnasien und Berufsschulen aufgreift. Weitere Schwerpunkte sind:

  • individuelle Fallberatung
  • Schulbegleitung inklusive Finanzierungsmöglichkeiten
  • Unterstützung bei Anträgen
  • Nachteilsausgleich
  • Problemstellungen bei seelischer Behinderung und entsprechende Unterstützung nach § 35a SGB VIII

Die Weiterbildungsberatung für Personen mit Handicap sucht nach individuell passenden Bildungsangeboten und bietet Informationen zu passenden Schul- und Berufsabschlüssen, zeigt Förder- und Weiterbildungsmöglichkeiten auf und schafft damit neue persönliche Perspektiven, beispielsweise für einen Berufseinstieg oder eine berufliche Neuorientierung. Die Kompetenzberatung gehört ebenfalls zu diesem Angebot.

Bildungsberatung durch Volkshochschulen

Die Volkshochschulen bieten ebenfalls eine kostenlose Bildungsberatung an, die auf Schwerpunkte wie die Wahl der richtigen Weiterbildung, berufliche Veränderungen, den beruflichen Wiedereinstieg und das Nachholen eines Schul- oder Berufsabschlusses fokussiert.

Darüber hinaus widmet sich ein spezielles Beratungsangebot den diversen finanziellen Fördermöglichkeiten inklusive der Antragsstellung hierauf. Weitere Fragen von Schülerinnen und Schülern betreffen die Wahl zwischen Studium oder Ausbildung, ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger werden dazu beraten, wie sie den Berufs- oder Studienabschluss ihres Heimatlandes in Deutschland anerkennen lassen. Auch die Volkshochschulen stellen die Informationen in Wissensdatenbanken bereit.

Finanzierung der Bildungsberatung

Der Bund, die Länder, die Kommunen und die Europäische Union fördern mit eigenen Programmen die Bildungsberatung. Landkreise und kreisfreie Kommunen können Mittel aus dem Programm “Lernen vor Ort” beantragen. Mit diesem Programm können alle bislang genannten Bereiche gefördert werden, es hat zum Ziel, das lebenslange Lernen der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zu fördern.

Mit dem Strukturprogramm sollen gute Ansätze zu einem stimmigen Gesamtsystem gebündelt werden, das sich durch leichte Zugänglichkeit (Accessibility) auszeichnet. Im Vertrauen auf dieses Programm können sich daher alle Interessierten an das Bürgerbüro ihrer Stadt oder an ihre Volkshochschule wenden, um genügend Informationen zur Bildungsberatung zu erhalten.

Das Programm zielt darauf, kohärentes Bildungsmanagement in den Kreisen und kreisfreien Städten zu entwickeln sowie zu verstetigen. Wenn das gelingt, beziehen sich die Bildungsstationen entlang eines individuellen Lebenslaufes systematisch aufeinander. Das Programm „Lernen vor Ort“ gehört als zentraler Bestandteil zur Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung“ der Bundesregierung und wurde durch das Bundesministerium für Bildung/Forschung zusammen mit deutschen Stiftungen entwickelt.